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Wissen

Woher stammt der Code 4/20?

20.April 2021 | Manuela

Cupcakes mit grünem Topping und Schoko-Hanfblatt oben drauf

Der 20. April ist der internationale Cannabisfeiertag und seine Abkürzung, der Code «4/20», ein bekannter Slang für die Cannabiskonsumation. Doch woher stammt eigentlich der Name?

Wie der 4/20 gefeiert wird

Die hanfsche Gegenkultur, die den Tag jährlich begeht, ist eine Mischung aus politischen Aktivist:innen, die eine Liberalisierung anstreben und Cannabis Connaisseusen und Connaisseuren, die sich dem Genuss der Pflanze hingeben. Halb Party in dicken Rauchschwaden, halb öffentliche Demonstration, um politische Ziele zu propagieren. Von Australien, über Europa, bis nach Nordamerika feiern seit den 1990er Jahren Tausende den Tag Ende April. Der Ursprung ist sagenumwoben. Was fünf Freunde im Kalifornien der 1970er damit zu tun haben könnten und warum die Zukunft der Feier wohl im Kommerz zu Hause ist, steht alles in den nächsten Abschnitten.

Woher stammt der Zahlencode 4/20?

Es gibt einiges an Theorien, woher der berühmte Zahlencode stammen soll. Cops in Kalifornien sollen ihn für Marihuana verwenden. Eine Legende, ohne jegliche Belege. 1939 veröffentlich H.P. Lovecraft und Kenneth J. Sterling eine Kurzgeschichte, in der eine Droge ihre Wirkung um 4:20 pm entfaltet. Bob Dylan soll in seinem Song «Rainy Day Women #12 & 35» den Code in einer Multiplikation versteckt haben. Scheint alles etwas weit hergeholt, und tatsächlich, wer sich mit dem Ursprung der drei Ziffern beschäftigt, findet schon bald eine etwas weniger sagenumwobene Origin Story.

Auf den Spuren der Origin Story: Die Waldos

Reisen wir ins Sunny California der 1970er Jahre. Wir befinden uns an einer High School namens San Rafael in der Nähe von San Francisco. Die Sonne scheint und die Schüler:innen tummeln sich auf dem Gelände. In ihren Kopfhörern laufen The Doors, Neil Diamond und The Who. Die Schlaghosen sind breit und die Haare lang. Sie kauen Kaugummi und reden über Filme wie «Clockwork Orange» oder «Dirty Harry». Ihre Idole sind Johnny Carson und John Lennon. An der Wand, gleich neben der Statue von Louis Pasteur treffen sich jeden Schulnachmittag fünf Freunde, dürfen wir vorstellen: Steve, Dave, Jeffrey, Larry und Mark. Besser bekannt sind sie wegen ihres Treffpunktes als «die Waldos».

Die Waldos 2018 zurück an ihrer High School

Die Waldos 2018 zurück an ihrer High School

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Fünf Freunde, ein Ruf: 4/20 Louis!

Begegnen sie sich auf den Gängen rufen sie sich «4/20 Louis» zu, um sich gegenseitig an die täglichen Treffen um 16:20 Uhr neben Louis Pasteur zu erinnern. Das «Louis» sollten sie fallen lassen und ihr «4/20» sollte internationale Bekanntheit erlangen. Nach Schule und Sporttraining treffen sie sich, um zusammen in einem 1966 Chevy Safari Mobile einen «Doobie» zu rauchen. Die Fünf sind bekannte Schlitzohren der Schule und durch ihren Sarkasmus und Humor bekannt. Sie suchen in ihrem Safarimobil nicht nur das High, sondern auch regelmässige Abenteuer. So benutzen sie die Auffangnetze der Golden Gate Bridge als Trampoline, klettern durch Liftschächte von Hotels oder schleichen sich auf Air Force Bases, um sich die Aufrüstung für den Vietnamkrieg unerlaubterweise aus der Nähe anzuschauen. Sicherlich von der Hippiekultur geprägt, sind die fünf Freunde alles andere als die Stereotypen der damaligen Kifferkultur. Sie fühlen sich in verschiedenen Subkulturen der High School wohl, sind erfolgreiche Footballer und Leichtathleten und haben wenig Interesse an Politik.

Die Schatzsuche nach dem sagenumwobenen Cannabisbatch

Es ist ein Tag 1971, als Steve von einem Freund eine Schatzkarte in die Hände gedrückt bekommt. Am Ende soll ein sagenumwobener Cannabisbatch stehen. Die Waldos brauchen nicht viel Überredung und so treffen sie sich fortan täglich, um in den nordkalifornischen Wäldern nach dem Schatz zu suchen. Der Code «4/20» wurde mehr als Erinnerung an eine Tageszeit, vielmehr war er nun Codierung, um vor Mitschülern, Lehrern und Eltern über die Schatzsuche reden zu können und nicht aufzufliegen.

Die Karte stammte wohl von einem Mitglied der amerikanischen Küstenwache, der das Marihuana angepflanzt, dann aber kalte Füsse gekriegt hat. Selbst ernten war ihm zu heiss, verwelken lassen wohl zu schade. Haben die Waldos den Schatz je gefunden? Man weiss es nicht, aber «4/20» sollte ihr Synonym für alles Cannabis bleiben.

Der Feiertag 4/20 wird geboren

Ein paar Jahre später arbeiten die Teens hinter den Kulissen von «Greatful Dead»-Auftritten mit. Grateful Dead ist eine US-amerikanische Rockband aus San Francisco. Die Band war eine der ersten die Psychedelic Rock spielten und sich mit ihren Jamkonzerten einen Namen machten, gerade in der kiffenden Hippiekultur. Heute sind sie vor allem bekannt durch ihre ergebenen Fans, die der Band nachreisen und den LSD-Konsum im Auftrittsort in die Höhe schiessen lassen.

Dave’s Bruder ist mit dem Bassisten der Band befreundet und besorgt den Jungs ab und zu einen Roadie Gig. Die Waldos brachten so ihren Cannabisslang in eine Szene, die der Verbreitung keine Grenzen mehr setzte. So gelangt ein Flyer mit dem Inhalt «Smoke 420 on April 20th at 4:20pm» an einem Konzert in die Hände von Steven Hagar. Hagar ist der Redakteur des Magazins «High Times» und popularisiert den Begriff in den 1990er Jahren. 1998 folgt der Ritterschlag für die Waldos, mit einem Artikel, der ihnen den Ursprung des Feiertags zuspricht.

4/20 Festivitäten in Vancouver

4/20 im Laufe der Zeit

Seit dem ersten Aufkommen des Feiertags hat sich einiges verändert. Gerade in den USA hat der Tag durch die anhaltenden Liberalisierungen einiges von seinem kämpferischen Charakter verloren.

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Kommerzialisierung des 4/20-Feiertags

Events werden vermehrt von Cannabis Unternehmen gesponsert und einige Stimmen sehen die Zukunft des Feiertags schon zwischen St. Patrick’s Day Paraden und Super Bowl Werbung. Mit der Liberalisierung verschwindet die politische Komponente vermehrt und wird wohl oder übel durch Marketingstrategien ersetzt. Der 20. April wandelt sich, sicherlich bleibt aber eine einzigartige Pflanze im Zentrum.

Und wenn die Waldos noch nicht gestorben sind, kiffen sie noch heute (inzwischen ganz legal und immer noch als fünf Freunde mit einem Sinn für Abenteuer).

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