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Wissen

Was sind Terpene und was ist ihre Funktion?

9.April 2021 | Manuela

Nahaufnahme von Terpenen: Orange-gelbe Fäden und winzige weiss-durchsichtige Tentakel

Terpene sind die Kirsche auf jedem Cannabis-Eisbecher. Sie liefern Geschmack und Wirkung frei Haus und sind ein nicht zu unterschätzender Teil einer schönen Blüte. Was Terpene eigentlich sind und wie sie auf ihre Umwelt einwirken, beantworten wir in diesem Beitrag.

Was sind Terpene?

Terpene sind Geruchs- und Aromastoffe, besser bekannt unter dem Begriff «ätherische Öle». Sicherlich waren Terpene auch schon mal in deiner Nase, denn so finden sich Geschmacksstoffe inzwischen in unzähligen Parfüms und Kosmetika, kommen natürlicherweise aber auch in Blumen und Früchten vor.

Bis heute kennt man rund 8000 verschiedene Varianten und 200 konnten davon schon in der Cannabispflanze nachgewiesen werden. Die höchste Terpenkonzentration lässt sich in den Blüten von weiblichen und unbefruchteten Cannabispflanzen finden. Konzentration und Zusammensetzung unterscheiden sich in jeder Genetik.

Die Aufgaben der Terpene

Nebst der olfaktorischen Erquickung für den Menschen übernehmen die Aromastoffe wichtige Funktionen für das Pflanzenwohl. Die Duftstoffe schützen vor schädlichen Insekten und Parasiten, Bakterien und Pilzen. Gleichzeitig locken sie Bestäuber an können so auch als umweltfreundliche Insektizide verwendet werden. Bei einem Temperaturanstieg fangen die Pflanzen an Terpene zu synthetisieren, um so eine Austrocknung zu verhindern.

Die Wirkungsweise von Terpenen

Ziehen wir unsere Chemiebrille an, sehen wir, dass Terpene hauptsächlich aus nanopartikelgrossen Kohlenstoffmolekülen bestehen. Dank ihrer bescheidenen Grösse schaffen es die Moleküle, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und ihre Wirkung direkt im zentralen Nervensystem zu entfalten. Normalerweise ist diese Schicht, die das Gehirn vom Blut trennt, nur schwer zu überwinden: Ein Schutzmechanismus, der verhindert, dass giftige Substanzen ins Hirn gelangen.

Obwohl auch hier, wie so oft, die Forschung noch einiges an Aufholbedarf hat, zeigen bisherige Studien, dass neben Cannabinoiden auch Terpene eine Wirkung auf den Körper haben. Terpene haben die Fähigkeit, mit Cannabinoiden zusammenzuwirken, indem sie an den gleichen Stellen andocken und die Aufnahmefähigkeit eines Stoffes so erhöhen. Zudem können, dank dem Entourage Effekt, Synergien zwischen den einzelnen Stoffen entstehen und Wirkungen verstärkt werden. Auch können Terpene die Produktion von Serotonin und Dopamin anregen und das Wohlbefinden beeinflussen.

Rad, in welchem alle Terpene aufgezeigt werden: Linalool, Caryophyllene, Myrcene, Limonene, Humulene und Pinene

Meet & Greet: Die Terpene der Cannabispflanze

Myrcen, Limonen, Humulen, Pinenen, Linalool, Caryophyllene – Was klingt wie der versammelte «Herr der Ringe»-Cast sind die sechs bekanntesten Cannabisterpene, die wir hier etwas näher kennen lernen möchten. Starten wir unser Meet and Greet.

Erfahre mehr über die bekanntesten Terpene der Cannabispflanze

Myrcen, bekannt aus der Bierdose, kommt dieses Terpen nicht nur in Hopfen, sondern häufig auch bei der Cannabispflanze vor. Mit einer leichten Zitrusnote riecht es vor allem nach Moschus und Nelken. Myrcen geht am liebsten Synergien mit THC ein und kann so seine psychoaktive Wirkung verstärken. Myrcen kann entspannen und hat entzündungshemmende und keimreduzierende Eigenschaften.

Am häufigsten in der Natur anzutreffen, ist das Zitruskraftpaket Limonen. Es riecht nach abgeriebener Zitronenschale und frischen Orangen. Pflanzen nutzen es als Insektenschreck und so überrascht es kaum, dass es seinen Weg in viele Mückensprays findet. Beim Menschen gilt es als Stimmungsaufheller und Konzentrationshilfe.

In der gleichen Bierdose wie das Myrcen, schwimmt oft auch Humulen. Mit seinem holzig erdigen Geschmack unterstützt es Hopfen, Zimt, Basilikum oder Koriander. Es kann den Appetit verringern. Humulen wirkt auf die CB1- und CB2-Rezeptoren im Endocannabinoid System und gilt als entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Kiefern, Eukalyptus und Salbei, sie alle sind Gastgeber für Pinene. Dieses Terpen ist vor allem für Asthmatiker interessant, da es die Bronchien erweitern kann. Ausserdem fördert es die Konzentration, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Mit einem leicht süsslichen Kiefernduft ist es zudem eine der beliebtesten Duftnoten.

«Blumig bis lavendelartig», so wird das Nasenbouquet von Linalool beschrieben. Es wirkt sedierend und entspannend, schlaffördernd und krampflösend. Lavendel, Zitrusfrüchte, Lorbeer und Rosenholz sind neben Cannabis seine liebsten Bekannten.

Zum Schluss der Zungenbrecher: Caryophyllene. Caryophyllene hat dank einer Pfeffernote einen etwas würzigeren Charakter. Es zeigt eine Affinität für den Endocannabinoid Rezeptor CB2 und wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Wiederum ein Mitglied der Hopfengesellschaft, ist Caryophyllene aber auch in Pfeffer, Nelken, Basilikum und Oregano zu Hause.

Die Vorteil von Terpenen auf einen Blick

Wer nach diesen Ausführungen noch an den Vorteilen von Terpenen zweifelt, hat sich hoffentlich verlesen. Terpene:

  • wirken als natürlicher Bodyguard der Pflanzen

  • erfreuen in verschiedensten Kombinationen Nase und Gaumen

  • nehmen Einfluss auf unser Wohlbefinden

  • liefern jeder Cannabisgenetik ihren geschmacklichen Charakter

  • unterstützen Cannabinoide bei ihrem Wirken

Wer erfolgreich Cannabis anbauen möchte, sollte also auch ein:e sensible:r Terpengrower:in sein.

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